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Die Küche ist für mich eine Familiengeschichte. Seit meiner Kindheit habe ich zusammen mit meinem Großvater die Küchenherde entdeckt, der mich jeden Sonntag mit in das berühmte Restaurant am Eiffelturm nahm, dessen erster Eigentümer er war. Meine Eltern haben den gleichen Weg eingeschlagen. Um die Wahrheit zu sagen – ich habe mehr Zeit in der Küche als über meinen Hausaufgaben verbracht, habe mich jedoch trotz allem bemüht, mein Abitur erfolgreich zu bestehen.
Ich hatte anschließend das Glück, bei großen Sterneköchen wie Daguin, Vigato, Faugeron usw. zu arbeiten und dabei meinen eigenen Weg zu finden, so dachte ich. Ich stürzte mich in die Lieferung von Abendessen frei Haus. Ich arbeitete das Menu mit der Hausherrin aus, kaufte ein und bereitete anschließend bei mir zur Hause die ausgewählten Gerichte vor. Eine Stunde vorher musste ich nur noch alles zu meinen Kunden bringen, um die Saucen fertig zu stellen und alles auf Tellern zu arrangieren.
Das war eine großartige Erfahrung, bei der ich Persönlichkeiten treffen konnte wie Jean Marais oder sogar die Familie Mauboussin, bekannte Juweliersfamilie am Platz Vendôme. Einige Hausherrinnen behaupteten ihren Gästen gegenüber stolz, das Abendessen selbst zubereitet zu haben, was mich glücklich machte, denn das Wichtigste war für mich, dass sie einen schönen Abend verbracht hatten.
Gestärkt durch diese Erfahrung habe ich damals zweimal versucht, den Abschluss CAP de Cuisine zu machen, jedoch leider ohne Erfolg. Ich habe mich darauf versteift, große Klassiker verändern zu wollen – aus einem Boeuf Bourguignon wurde ein Boeuf Sophie. Das war zwar gut, aber dieser Innovationssinn gefiel der Jury nicht wirklich.
Zu dieser Zeit habe ich auch meinen Ehemann getroffen und beschlossen, dieser Tätigkeit mit der Geburt von Ambre, einem kleinen hübschen Mädchen, das jetzt neun Jahre alt ist, ein Ende zu setzen. Aber es dauerte nicht lang, bis ich wieder begann, den Kochlöffel zu schwingen, der Kontakt mit den Menschen fehlte mir und die gewisse finanzielle Unabhängigkeit. Also beschloss ich, eine Beschäftigung zu finden, bei der ich in der Nähe meiner Kinder sein konnte.
Um bei meiner Leidenschaft zu bleiben, machte eine Freundin den Vorschlag, zu Hause Tartes herzustellen und diese auf Märkten zu verkaufen. Gute Idee, aber bei einem Rhythmus von zwei Tartes pro Ofen mit einer Backzeit von 45 Minuten erwies sich das Projekt als wenig rentabel.
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Man musste also ein Produkt finden, das sich für meinen Ofen eignete, und dann kam mir die Idee mit den Kuchen.
Eine Idee, die sich als schlau herausstellte. Schnell erarbeitete ich ungefähr 100 Rezepte mit süßen und herzhaften Kuchen, ich testete sie und ging dann zur Produktion über, zunächst in meiner Küche und später in einer Werkstatt im Keller des Hauses. Ich mietete einen Platz auf dem Markt von Ville d’Avray und später von Rueil-Malmaison. Der Anfang war schwer, da meine wenigen Kunden sich nicht trauten, etwas anderes auszuprobieren als den bekannten Kuchen mit Schinken und Oliven. Aber die Ausdauer und die Mundpropaganda waren von Erfolg gekrönt, und schon bald wurden „Les cakes de Sophie“ (die Kuchen von Sophie) auf 60 Märkten und in gehobenen Geschäften wie Fauchon und Lafayette Gourmet verkauft.
Ich wollte, dass die Leute meine Kuchen auf den Tisch stellen und sagen: „Den habe ich gemacht!“ Übrigens kam es oft vor, dass manche von ihnen für eine Bestellung auf den Markt kamen und ihre eigenen Formen mitbrachten!
Und eines kalten Morgens auf dem Markt von Rueil-Malmaison bekam ich diesen Anruf, der meinem Projekt noch eine andere Dimension gab. Die Geschäftsführerin des Verlags Minerva probierte eines Tages meinen Kuchen mit Orange und überlegte sich, dass dieses Thema sich gut für ein Buch eignen würde. Sechs Monate später erschien das Buch „Les cakes de Sophies“ und entgegen aller Erwartungen wurde es ein großer Erfolg mit mehr als einer Million verkauften Exemplaren!
Bei allen meinen Büchern habe ich darauf bestanden, dass meine Telefonnummer immer angegeben wird. Mit jedem Anruf erfahre ich etwas mehr über die Wünsche meiner Kunden und dadurch bekomme ich umso mehr Ideen für die Fortsetzung. Ich habe auch verstanden, dass das Buch so gut läuft, weil ich Zutaten verwende, die man überall bekommt, und weil ich nur Rezepte vorschlage, bei denen ich sicher bin, dass sie gelingen. Alle meine Rezepte werden nicht nur von mir, sondern auch von den Menschen in meiner Umgebung getestet. Und nicht alle sind gute Köche!
Ich bemühe mich immer, die Rezepte zu vereinfachen und sie verständlich zu machen. Ich mag es innovativ zu sein und eine persönliche Note einzubringen, um den Unterschied zu machen. Noch vor 50 Jahren verbrachte man täglich vier Stunden mit der Zubereitung des Essens, heute sind es 45 Minuten. Durch die Kinder und die Arbeit widmen wir mehr Zeit unseren Hobbys. Aber man muss essen! Und zwar jeden Tag! Mein Ziel ist es nicht, etwas Kompliziertes zu machen, das misslingt, sondern dass es ebenso einfach wie gut ist! Ich suche daher immer nach Mitteln, um so schnell wie möglich das Beste herzustellen.
Ich lasse Ihnen auch die Möglichkeit, Ihre eigenen Produkte zu wählen. Einige Journalisten mögen es, dass ich nur die handgemachte Qualität lobe und dass ich nicht untreu werde, aber es kann sich nicht jeder täglich ein Huhn vom Bauern oder einen frisch geangelten Fisch leisten. Man muss also einen guten Kompromiss zwischen dem Huhn vom Bauern und dem Huhn aus der Legebatterie finden, und das ist mein Credo! Ich teste alle Produkte sowohl die vom Markt als auch die aus dem Supermarkt, sowie die Küchenutensilien, mit denen wir Zeit sparen können. Übrigens bin ich auch immer auf der Suche nach neuen Ideen für Ihren Tisch, damit Sie ihre Gäste geschmackvoll und gastfreundlich empfangen können.
Mein größter Wunsch ist es, dass alle meine Ideen, Rezepte und Tricks, die ich Ihnen das ganze Jahr über im Fernsehen, Internet, in meinen Büchern, den Zeitungen, Kochkursen und Treffen gebe, Ihre tägliche Küche vereinfachen und Sie originelle und schmackhafte Rezepte nachkochen und servieren können, um „köstliche“ Momente mit Ihrer Familie und Ihren Freunden zu verbringen.
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